Auf der folgenden Seite finden Sie die Historie des Flugplatz Loemühle von seinem Bau bis in die Gegenwart. Unser besonderer Dank gilt unserem Vorsitzenden Herrn Notar und Rechtsanwalt Wolfgang Wacker, für die vielen Informationen und Unterlagen die er uns zur Verfügung gestellt hat.
Proklamation Nr. 2
Abschnitt VIII Nr. 30:
„Die Herstellung in Deutschland und der Besitz, die Unterhaltung oder der Betrieb durch Deutsche von Flugzeugen aller Art, oder irgendwelcher Bestandteile davon, sind verboten.“
Die Siegermächte hatten den Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg das Fliegen mit aller Gründlichkeit verboten.
Das Segelfliegen wurde von den Alliierten im Juni 1951 wieder erlaubt. Das Motorfliegen war den Deutschen erst nach dem Inkrafttreten der Pariser Verträge am 05. Mai 1955 wieder gestattet.
- Wenige Monate später am 02. August 1955: Gründung des Motorfliegerclubs Vest e. V. bei „Blech Jupp“, dem späteren „Haus Wegener“ an der Kirche in Marl-Polsum
- Die Gründungsmitglieder:
- Franz Baumeister, Josef Baumeister, Anton Benning, Franz Borrmann, Erich Foltmer, Helmut Haugk, Erich Ising, Ernst Janutsch, Josef Jostmeyer, Georg Rüdel, Kurt Timpe, Berhard Klein und Erich vom Dorf
- Zum ersten Ersten Vorsitzenden des Vereins wurde Anton Benning gewählt.
Kurz nach der Gründung kaufte der Club für 12.000 DM aus schwedischen Kriegsbeutebeständen ein Flugzeug. Anton („Toni“) Benning überführte es im Oktober 1955 von Hamburg zum Flugplatz Borkenberge.
Von dort aus flog der Club zunächst mit seinem Flugzeug. Da dort jedoch der Segelflug alles beherrschte (damals bereits 18 Vereine), mußte man sich schon bald nach einem eigenen Flugplatz umsehen.
Der damalige Schriftführer des Clubs, Bernhard Klein aus Recklinghausen, konnte den Vater des heute auf dem Hof neben dem Flugplatz ansässigen Bauern Korthaus überzeugen, eine Wiese für die Anlage eines Flugplatzes zur Verfügung zu stellen.
- Nach der Ernte im Herbst 1956 wurde mit dem Bau des Flugplatzes begonnen. Nach dem Abschieben und Anlegen der Graslandebahn wurden der Hangar 1 und die Gaststätte gebaut.
- Auf dem Dach der Gaststätte wurde eine Terrasse angelegt, von der aus man den Flugbetrieb beobachten konnte.
- Zum 03. Juli 1957, einem Sonntag, wurde die Aufnahme des Flugbetriebes auf dem Flugplatz Loemühle offiziell genehmigt. Zuvor war schon häufiger auf dem Flugfeld gelandet worden, „um die Graspiste zu testen“.
- Am Sonntag, dem 27. Oktober 1957, wurde der Flugplatz Loemühle mit dem ersten Flugtag feierlich eingeweiht. Die Vorführungen wurden weitgehend mit „Bordmitteln“ bestritten.
- Drei Tiger Moth Flugzeuge eröffnen den Flugtag mit Banner Aufnahme
- Start des größten Freiballons der Bundesrepublik
- Segelkunstflug auf Lo100
- Motorkunstflug auf Bücker 133
- Fallschirmsprung
- Großflugtag am Sonntag den 20. September 1959: Bereits zwei Jahre später fand der erste Großflugtag auf dem Flugplatz Loemühle statt. Das Programm hat diesmal schon einen deutlich anspruchsvolleren Zuschnitt. Höhepunkte sind:
- Vorführungen einer Düsenjägerformation der Bundeswehr Jabo-Geschwader 31, Nörvenich
- Motorkunstflug auf Bücker 133 mit Weltmeister Albert Falderbaum
- Segelkunstflug auf Lo 100 mit Albert Falderbaum und Herbert Tiling
- Motorkunstflug auf Bücker 131 mit Toni Benning („der fliegende Zahnarzt“)
- Fallschirmabsprünge aus 300 m und 1.500 m
- Vorführung Do 27 der Bundeswehr
- Bilder vom Großflugtag am 20. September 1959
- 1962: Mittlerweile hat auch die Prominenz den Flugplatz entdeckt.
- Staatsschauspieler Mathias Wiemann, Flieger seit 1932, gastiert 1962 anläßlich der Ruhrfestspiele in Recklinghausen. Am Flugplatz läßt er sich von Willi Lücke, der seit 1959 Ausbildungsleiter des Clubs ist, zum erneuten ersten Alleinflug führen.
- Wenige Wochen vor dem Großflugtag 1962 landet Franz-Josef Strauß, Bundesverteidigungsminister, auf dem Flugplatz Loemühle.
- Großflugtag am Sonntag den 9. September 1962: Die Höhepunkte:
- Vorführungen einer Düsenjägerformation der Bundeswehr Jabo-Geschwader 36, Hopsten/Rheine
- Motorkunstflug auf Zlin 126 und Bücker 131 mit Toni Benning
- Segelkunstflug auf Lo 100 mit Herbert Tiling
- Motorkunstflug auf Bücker 131 mit Toni Benning („der fliegende Zahnarzt“)
- Fallschirmabsprünge aus 400 m, 1.500 m und 2.000 m
- Hubschraubervorführung
- Bilder vom Großflugtag 1962
- Internationales Flugmeeting am 8. September 1963
- In der Zeit vom 06. bis 08. September 1963 ist der Flugplatz Loemühle der Austragungsort der Deutschen Meisterschaften im Motorkunstflug. Den Abschluß bildet ein Großflugtag am Sonntag den 08. September 1963. Höhepunkte sind:
- Vorführung der französischen Düsenkunstflugstaffel Patrouille de l´ecole de l´air (spätere Patrouille de France)
- Vorführung von vier Jets F84F der Bundeswehr
- Luftakrobatik einer Staffel der belgischen Heeresflieger
- Massenabsprung von 30 Fallschirmspringern unter der Führung von Hauptmann Erich Lepkowsi
- Düsenkunstflug auf F 100
- Flugtag der Nationen am Sonntag den 25. September 1966:
- Unbestrittene Höhepunkte dieses Flugtages:
- Die Vorführung der Düsenkunstflugstaffel Patrouille de France
- Die Vorstellung des Lightning Mark 2 Düsenjägers des 19. Geschwaders der Royal Air Force
- Bilder vom Flugtag der Nationen am 25. September 1966
Beurkundung der Gründung der Verkehrslandeplatz Loemühle GmbH vor dem Notar Dr. Fritz Borchmeyer in Recklinghausen am 20. März 1968
- 20. März 1968: Die Städte Marl und Recklinghausen gründen als gleichberechtigte Gesellschafter mit dem MFC Vest e. V. die Verkehrslandeplatz Loemühle GmbH.
- 1980: Der Kreis Recklinghausen erwirbt sämtliche Anteile des MFC Vest e. V. sowie die Anteile der Städte Marl und Recklinghausen an der VLP GmbH. Die Städte behalten jedoch je 10.000,00 DM Anteile.
- Erste Hälfte der 80er Jahre: Der Kreis Recklinghausen beginnt, Pläne in die Tat umzusetzen, wonach aus dem Flugplatz ein Regionalflughafen "Ruhr-Nord" werden sollte.
- Bis 1970 wurde der Flugplatz auf der vom MFC Vest im Jahre 1956/1957 angelegten Graspiste betrieben. Der zunehmende Flugbetrieb macht es erforderlich, daß eine befestigte Landebahn gebaut wird. Dank der Unterstützung der öffentlichen Hand kann am 20. Juni 1970 durch den Bürgermeister der Stadt Marl, Dr. Ernst Immel, die neue Landebahn ihrer Bestimmung übergeben werden.
- 05. September 1971: Flugtag der Nationen mit interessantem Programm
- Burdastaffel
- Segelkunstflug
- Blue Eagles (Hubschrauber)
- Düsenkunstflug der "Patrouille de France"
- Fallschirmspringer "Die Falcon's"
- Kunstflug
- Düsensenkrechtstarter "Harrier"
- Kunstflugstaffel "Frecce Tricolori"
- und vieles mehr
- Der Flugplatz Loemühle ist vom 30. August bis 01. September 1973 erneut Austragungsort der Deutschen Motorkunstflugmeisterschaft. Am 02. September 1973 schließt abermals ein Flugtag die Meisterschaft ab. Das Programm ist das bis dahin spektakulärste aller Flugtage:
- Fieseler Storch
- Hubschrauber Wessex der RAF
- Hawker Hunter der RAF
- Transall der Bundeswehr
- F 104 G Starfighter
- Senkrechtstarter Harrier der RAF
- Lear-Jet
- Jet Provost
- Düsenkunstflugstaffel „Red Pelicans“ der RAF Central Flying School und –
- der absolute Knüller - Die legendären Red Arrows
- Bilder vom Flugtag der Nationen am 3. September 1973
- Flugtag der Nationen am 23. August 1981. Auch diesmal wieder ein tolles Programm:
- Sea Fury – das schnellste Propellerflugzeug
- Düsenflugzeug G-Hunt
- Spitfire
- Synchron-Segelflug zweier Segelflugzeuge
- Senkrechtstarter Harrier
- Hubschrauber Gazelle der British Army
- 45 Fallschirmspringer springen aus einer Hercules
- Lear Jet
- Motorisierter Drachenflug
- und wiederum als Höhepunkt - Die Red Arrows
- Flugtag der Nationen am 4. September 1983. Wiederum ein volles Programm:
- Hawker-Siddeley „Bucaneer“
- Fallschirmspringer Falcons
- Martini-Kunstflugstaffel aus Frankreich
- Senkrechtstarter Harrier I und II
- Seenot-Rettungshubschrauber Sea King MK 41
- Grosraumtransportflugzeug Lockheed Starlifter
- Puma-Hubschrauber
- McDonnel Douglas F 15 „Eagle“
- Motorkunstflug mit Vize-Weltmeister Walter Extra
- McDonnel Douglas F 4 „Phantom“
- Die Red Arrows
- Flugtag der Nationen am 23. August 1987. Der – voerst – letzte Großflugtag auf dem Flugplatz Loemühle. Diesmal ohne die Red Arrows, aber nicht minder spektakulär:
- Überflug einer Boeing 737 der Deutschen Lufthansa
- Hubschrauber Sikorsky CH 53 G
- Düsenjet-Kunstflug mit F 16
- Motor-Kunstflug der Martini-Staffel aus Frankreis usw. usw.
- Der Flugplatz Marl-Loemühle ist Ende August 1989 Startort des Deutschlandfluges 1989 des DAeC.
- Am 02. August 2005 feierte der Motorfliegerclubs Marl e.V. seinen 50 Geburtstag – 50 Jahre MFC Vest e.V.
50 Jahre Motorfliegerclub Vest e.V. v.l.: Wolfgang Wacker - Vorsitzender des MFC, Heinz Reimann - ehemaliger Vorsitzender des MFC, Martin Schmidt - Geschäftsführer der Verkehrslandeplatz Loemühle GmbH, Uta Heinrich - Bürgermeisterin von Marl, Toni Benning - Der fliegende Zahnarzt - ehemaliger Vorsitzender des MFC. Foto: Ronald Scherrinsky
























